| 2. Juni 2010 | bis | 6. Juni 2010 |
Mittwoch hab ich mich zusammen mit Günter und einem gemeinsamen Mountainbike gegen 13 Uhr auf den Weg Richtung Basel gemacht… Ursprünglich wollten wir beide laufen/wandern, da wir aber momentan komplett unterschiedliche Voraussetzungen haben (ich kann nicht ewig laufen, er kann nicht ewig wandern) haben wir uns, schlau wie wir sind, gedacht, dass wir das als run/bike/hike durchziehen. Vorteil: wir müssen nicht an Gepäck sparen und können uns zwischendurch immer wieder auf dem MTB ausruhen. Soweit die Theorie. Nun zur Praxis…
Etappe 1 (Mittwoch 13 Uhr bis Donnerstag 18 Uhr)
Es ging erst mal auf dem schnellsten Weg nach Pforzheim. 

Die 34 km Prolog hatten wir nach 4 Stunden hinter uns. In Pforzheim am Kupferhammer beginnt der Westweg. Erst noch lecker gegessen, dann gings richtig los.
Westweg Etappe 1: Pforzheim – Dobel
Erstmals ging es unfahrbar steile Trails hoch und runter, ein erster Vorgeschmack darauf, dass das Mountainbike nicht immer eine Hilfe ist. Eine typische Nordschwarzwald-Etappe mit sehr viel dunklem Wald, hübschen Bächen, kleinen Dörfern. Es war kühl und feucht, regnete aber nicht ununterbrochen. Gegen 22 Uhr erreichten wir Dobel, letzte Möglichkeit, vor der Nacht noch etwas zu essen. Dobel ist um diese Zeit absolut tot, als wir fast durch den Ort durch waren entdeckten wir dann doch noch eine Pizzeria, in der Licht brannte und siehe da, es sassen etliche Leute drin. Wir bekamen sogar noch Pizza, Cappuccino…
Westweg Etappe 2: Dobel – Forbach
Nun war es dunkel, wir joggten nur noch wenig, wanderten fast alles. Den Weg bin ich kürzlich tagsüber gewandert, von den sagenhaften Aussichten übers Rheintal rüber in die Nord-Vogesen bekamen wir nun nichts mit. Es war dunkel, es war kalt, es war nass, es war schön! Die Nacht verging schnell, wir unterhielten uns über Gott und die Welt und bauten uns mit dem bekannt trockenen Humor ständig auf. Runter nach Forbach war MTB schieben angesagt, es geht auf wenigen Kilometern mal kurz 700 Höhenmeter runter. Langsam dämmerte es, kurz vor 5 Uhr waren wir unten. Ich hatte extreme Lust auf Kaffee, die Chancen, am Feiertag morgens um 5 in dem kleinen Städtchen Kaffee zu bekommen standen natürlich schlecht. Ich hatte auf die Tankstelle gesetzt, in der ich kürzlich eine schnelle Mittagspause gemacht hatte. Natürlich war alles dunkel. “Halt… da sind zwei helle Fenster” … “vergiss es” … “scheisse” … “okay, ich radel kurz hin und schau mal, warte Du hier” … Das Ende vom Lied: die waren gerade dabei, Croissants und Brötchen zu backen und wir bekamen Kaffee und Frühstück, das sind die kleinen und doch so grossen Freuden unterwegs.
Westweg Etappe 3: Forbach – Mummelsee
Nun war es wieder hell, die Laune allerbestens, der körperliche Zustand immer noch gut. Keine Blasen, keine Knieprobleme, nicht besonders müde… Der Weg hoch zur Badener Höhe liess uns erstmals das Mountainbike mit dem Gepäck verfluchen, es ging unendlich steil bergauf, wir schoben und wuchteten das Fahrrad grösstenteils zu zweit den Berg hoch.
In einem Naturfreundehaus am Weg wurde gerade Frühstück für die Übernachtungsgäste serviert, wir bekamen morgens gegen 8:30 Uhr Linsensuppe, Kaffee, Kuchen… dann ging es frisch gestärkt weiter.
Joggen/wandern/radeln/schieben/tragen … es war immer noch kühl und nass, joggen im kurzen Shirt, wandern/radeln mit dickem langen Shirt oder Regenjacke, abwechselnd schwitzen und frösteln. Dennoch war es hier oben wunderschön …
Westweg Etappe 4: Mummelsee – Kniebis
Den Mummelsee liessen wir schnell links liegen, hier war die Hölle los, hier ist es einfach zu schön und das lockt tausende Menschen an, zumal der Mummelsee direkt an der Schwarzwald Hochstrasse liegt. Paar Kilometer weiter gabs das verdiente Mittagessen, inzwischen liess sich erstmals die Sonne kurz sehen. Es war von nun an trocken (von oben), die Wege waren natürlich immer noch sehr matschig. Wir kamen recht gut vorwärts, immer wieder unterbrochen von Schiebe/Tragepassagen.
Wir einigten uns auf Kniebis als Ziel unserer ersten langen Etappe. Gegen Ende wurde es dann doch mal zäh… Der Kopf war langsam auf Feierabend eingestellt, in Kniebis nahmen wir das erstbeste Hotel. Bauch vollhauen, Fussball glotzen, zufrieden ins Bett fallen… 136 zurückgelegte Kilometer sorgten für gute Laune und einen richtig guten Schlaf
Etappe 2 (Freitag 9:30 Uhr bis 22 Uhr)
Westweg Etappe 5: Kniebis – Hark
Nach einem gepflegten Frühstück gings am Freitag gegen 09:30 Uhr wieder auf die Strecke.
Erst mal wieder hoch zur Alexanderschanze, wo wir den Westweg gestern verlassen hatten, dann auf einem angenehmen Weg mit herrlichem Ausblick aufs Rheintal und die Vogesen.
Das Wetter zeigte sich nun von seiner besten Seite, Sonne pur und es sollte richtig schön warm werden. Günter lief, ich radelte, nach einer Pinkelpause dachte ich, dass ich mal kurz den Berg runter hinterherdüse und den Günter ruckzuck wieder eingeholt hab. Da hab ich mich mal schwer getäuscht. Nach ein paar hundert Metern zweigte unser Weg links ab, den Berg hoch, nun folgten wieder Trails und sandige oder schlammige Passagen. Etwa eine halbe Stunde später hat Günter dann auf mich gewartet und ich durfte auch mal wieder laufen.
Wir hatten gedacht, die 30 km bis Hausach gehen fast nur bergab und wir reissen die mal schnell runter. Wieder mal falsch gedacht, der Weg war schwieriger und länger als vermutet.
Westweg Etappe 6: Hark – Hausach
Ein Wirrwar aus Westweg-Varianten liess die Kilometer bis Hausach zwischendurch mal schnell um 10 steigen, mal wurden es mehr, mal weniger, egal, wir nahmen den offiziellen Weg über den Brandenkopf.
Weiter gings auf wunderschönen Trails bergauf und bergab. In Hausach wollten wir eigentlich Mittagessen, inzwischen peilten wir an, dass wir gegen 14 Uhr dort sein könnten. Irgendwann war Hausach dann auch endlich zu sehen, noch ein paar Kilometer steil bergab und “schon” war das Tageszwischenziel erreicht.
Westweg Etappe 7: Hausach – Wilhelmshöhe
Nun kam der härteste Abschnitt der ganzen Tour, der Aufstieg zum Farrenkopf. Es ging irre steil hoch, die meiste Zeit schoben und trugen wir gemeinsam das Fahrrad den Berg hoch. Stunden später waren wir oben.
Weiter gings bergauf, bergab, langsam wurde es zäh, der bisherige Weg hatte uns etwas zermürbt.
Langsam neigte sich der Tag dem Ende und wir erreichten hungrig die Wilhelmshöhe. Dort waren leider alle Zimmer ausgebucht, so mussten wir noch ein paar Kilometer runter nach Schonach, wo wir uns nach kurzer Suche in einem schnuckeligen uralten Hotel niederliessen. Hier war ich letztes Jahr schon mal zusammen mit Sigi auf unserer MTB-Tour lecker essen. Heute lagen ca. 65 knallharte Kilometer hinter uns. Vorher hätte ich gedacht, zu zweit mit einem Fahrrad ist das ein Kinderspiel, wieder mal falsch gedacht. Abends beim essen lernten wir noch 3 Jungs von den Herrenberger Froridern kennen, sie waren mit Mountainbikes ebenfalls auf dem Westweg unterwegs und fluchten über die oft nicht fahrbaren Wege. Naja, ist halt doch ein Wanderweg… Jedenfalls hattens die Jungs richtig gut drauf und kamen am Ende auch in Basel an
Dann gings auch mal erschöpft, satt und zufrieden ins Bett.
Etappe 3 (Samstag 9:30 Uhr bis 17 Uhr)
Westweg Etappe 8: Wilhelmshöhe – Kalte Herberge
Nach dem Frühstück liefen/radelten erst mal wieder hoch zur Wilhelmshöhe.
Bis Basel lag noch ein langer Weg vor uns… Die “nur” 65 km gestern stimmten uns nicht besonders zuversichtlich. Das Wetter war wie am Tag zuvor bestens, die Wege wurden breiter, es ging nun auch nimmer so oft steil hoch oder runter.
Vorbei an der Martinskapelle gings Richtung Kalte Herberge. Vor Jahren hat hier Günter mal einen Felsen liegenlassen und in der warmen Herberge die Öfen geklaut …
Der Weg blieb auf der Höhe, erste Ausblicke auf den Feldberg. Hier ist der Wald nimmer so dicht, oft ging es zwischen Wiesen und Feldern durch.
Es lief noch recht gut, vor allem konnten wir uns heute endlich mal auf dem Fahrrad einigermassen ausruhen.
Westweg Etappe 9: Kalte Herberge – Titisee
Bei der Mittagspause beschlossen wir, nur noch bis zum Titisee zu gehen/radeln/laufen. Bis Basel hätten wir es unter Umständen schaffen können, wir wären dann aber erst Sonntag abend dort gewesen, dann noch mit dem Zug heim …. wäre sicherlich kein Spass geworden. So liessen wir die Tour gemütlich ausklingen…
Noch 7 km bis Titisee … es ist noch recht früh am Nachmittag … sollen wir nicht doch noch auf den Feldberg hoch?
Gegen Ende trafen wir noch ein paar Wanderer, nach diversen Jokes (“ach Mist, jetzt haben wir das zweite Fahrrad nach der Mittagspause stehenlassen…”) kamen wir ins Gespräch, sie kamen aus dem Ort, wo Norman Bücher lebt (der gerade in Chile sein Projekt Atacama Challenge durchzog). Paar Geschichten über Ultras, 24-Stunden-Treppenblödsinn usw. erzählt und dann die letzten Kilometer in Angriff genommen.
Nach einer tollen Abfahrt durch den Wald hatten wir unser neues Ziel erreicht.
In Titisee liessen wir es uns gutgehen, Sonntag fuhren wir dann mit Jost und Marita heim, die ein paar Tage ganz in der Nähe am Schluchsee verbracht hatten.
Das wars, wieder einmal hats uns eine Menge Spass gemacht! Natürlich schreit die Aktion nach Wiederholung. Vielleicht mal wie ursprünglich geplant, bei stabiler Wetterlage alles zu Fuss, mit absolutem Minimalgepäck. Schlafen nach Lust und Laune und Müdigkeit am besten tagsüber in Freibädern oder an Seen…
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Holle



































Hi,
wie schön, daß ihr so viele Bilder gemacht habt. So konnte ich mir auch nochmal Teile der Strecke ansehen, die ich im Dunkeln durchlaufen habe. Sehr gut und eine toller Bericht obendrein. Danke schön.
moin moin…
ein sehr schöner bericht der mich angesteckt hat. ich werd im frühjahr versuchen den westweg komplett zu laufen-tag und nacht,mit schlafsack und isomatte.bin mal gespannt. ich wollt mal fragen ob man mit dem navi welches ihr am rad hattet sein training wochen- oder monatsweise am pc verwalten kann? würd mir gern sowas kaufen…
bis dahin,
viele grüsse und gutes training.
torsten
Hi Torsten,
wg dem Navi mußt Du warten, bis der Holle antwortet.
Ich würd Dir als Zeitpunkt eher den Sommer empfehlen, weil´s auf den Höhen noch lange Schnee haben kann…
…Und wenn wir das nochmal machen, dann auch ohne Fahrrad und so richtig “nonstop”.
Kannst Dich ja ab und zu mal hier melden, vielleicht passt´s rein und von uns macht jemand mit…
schönen Tag
Günter
hi günter,
dank dir für die schnelle antwort…mit dem termin bin ich mir auch noch nicht so richtig im klaren,hatte an mai gedacht,da ist´s noch nicht so überlaufen dort.zusammen laufen wäre auch super,mal sehen ob´s vom termin her passt und wegen dem navi bin ich schon sehr gespannt.
bis denn,viele grüsse aus neustadt an der weinstrasse.
torsten
Hallo Torsten,
Westweg “nonstop” oder wie auch immer hab ich 2011 auch nochmal vor. Ohne Rad
Navi und Trainingsverwaltung ist nicht in 3 Sätzen abzuhandeln. Nur mal kurz so viel … das GPS auf dem Foto läuft mit 2 AA-Akkus, diese halten ca. 24 Stunden durch und lassen sich dann einfach wechseln. Man kann also viele Tage lang unterwegs sein, ohne auf eine Steckdose angewiesen zu sein. Das schafft sonst keine “Sportuhr” mit GPS. Allerdings zeichnet es halt nur den Weg auf, keine Herzfrequenz (ich weiss ja nicht, was für Trainingsaufzeichnungen Du planst).
Es gibt versch. Software, mit der man GPS-Daten (und auch Herzfrequenzdaten) verwalten kann, Sporttracks ist da inzwischen schon fast Standard.
Weitere Fragen können wir gern per Mail besprechen, ich schick Dir demnächst eine.
Gruss Holle
Holle – Höllenrespekt! Geiler Bericht und tolle Homepage, macht richtig Spaß sich durch zu lesen. Hab gesehen ihr seid auch in Grafenau am Start gewesen, da war ich auch… War im Winter viel Lauftechnisch unterwegs, im Sommer dann aber doch mehr auf meinem Rad. Werde im Winter wieder einige Läufe mitmachen und nach euch Ausschau halten, vielleicht sieht man sich ja mal wieder.
Mach weiter so, gruß auch vom Rets der Crew. Ride and Run on!
Hi Markus,
danke für die Blumen
Grafenau ist immer wieder ein schöner Jahresauftakt, dieses Jahr war ich zu der Zeit skifahren, 2011 werde ich wohl wieder dabei sein.
Für Dich wär doch der cool man (Kombination aus cool rider und cool runner) im November interessant, das findest Du unter “Termine” … Euren Nichtläufern kann ich den cool rider ans Herz legen. Ca. 6 km Mountainbike-Uphill, hat letztes Jahr richtig Spass gemacht.
Hab mal Deine Aktivitäten angeschaut. Bei den 24-Stunden in München war ich 2008 auch in einem 4er-Team dabei, das war sagenhaft. Irgendwann stell ich hier auch wieder den Bericht rein. Mountainbiketechnisch war ich dann auch noch 2008 bei der Eiger Bike Challenge am Start (und als letzter im Ziel)
Weiterhin findet Anfang September das Lemberg Race statt. Da war ich 2008 und 2009 im Zweier-Team dabei, supergeile Veranstaltung, geht als Einzelstarter, als 2er- oder 4er-Team!
Günters Senf
Na ja, was Holle vergessen hat: Ich hatte beim Kupferhammer schon ne 10-Cent-Blase am gr. Zeh (Steinchen im Strumpf), Blase aufgerissen, Pflaster drauf und ignoriert. Und als es dann so richtig losgehen sollte, hieß es Radeltragen, bzw Radelschieben…..war aber eigentlich egal, wir hatten ja eigentlich kein festes Ziel, wollten ja nur mal schauen, wie weit wir kommen und wir wollten auch die erste Nacht durchmachen. Hat alles irgendwie funktioniert. Nur dass uns das Radltragen sooo aufhält hätten wir wirklich nicht gedacht. Ich denk, sowas kann man nur mit´m Holle machen.
Toll war, dass ab Freitag n bissle mehr Leute unterwegs waren und wir als Läufer einige MTB-ler abhängen konnten.
Die kamen zwar auf den Abfahrten wieder vorbei, glotzt haben sie trotzdem.
Ich freu mich schon auf ne Wiederholung, dann aber so, wie´s ursprünglich geplant war: Nonstop, irgendwo pennen und dann bis Basel.
Am liebsten als Rennen gegen n MTB-ler…hihi
Holle, super Bericht! Da sehn ich mich nach so einem Partner
Und übrigens, da hättest auch noch mit der Julia mitlaufen können, denn gutes Training hattest Du ja bei diesen Etappen.
VG
ja Markus … der Günter ist schon ein echter Glücksgriff … 2005 beim Training für den ersten Marathon kennengelernt, seitdem MTB-Alpentour, spontane 24-Stunden-Bergwanderung, 24-Stunden-Treppenultra und was weiss ich alles zusammen gemacht. Ein Ende der ganzen lustigen Aktionen ist nicht in Sicht, da freu ich mich doch auf die Zukunft