Swiss Alpine Davos – Sa. 25. Juli 2009

K78

K78

Swiss Alpine K78

Hier war trotz Achillessehnenreizung Punktesammeln für den UTMB 2010 angesagt. Glück gehabt, Punkte und wieder mal ein sagenhaftes Erlebnis mitgenommen!

Samstag 8 Uhr gings los. Auf der ersten Etappe bis Filisur verliert man auf 31 km ca. 500 Höhenmeter, das klingt doch erst mal locker. Mit ein wenig auf und ab hatte ich gerechnet, dass es aber schon ca. 300 Höhenmeter bergauf und damit ca. 800 Höhenmeter bergab geht gefiel meinen Muskeln weniger.

Ich startete gemeinsam mit Thomas, nach ca. einem Kilometer lief er nochmal neben mir, da dachte ich, auch er möchte gern den Streckenrekord brechen. Gut, vor uns waren bestimmt noch drei bis vierhundert K78-Läufer, wird schwer werden, die alle noch zu überholen aber wir haben ja Zeit. Hinter uns liefen auch noch viele Hundert K78-Läufer, wird schwer genug, die hinter uns zu lassen.

Die ersten Kilometer gings auf Asphalt flott voran, Durchgangszeit bei km 5 ca. 25 Minuten, hoppla, so schnell wollte ich doch gar nicht anfangen. Dann ging es in den Wald auf schöne Trails, teils kurz und knackig bergauf, dann wieder bergab. Die letzten Kilometer runter nach Filisur gings ein asphaltiertes Strässchen recht steil bergab, Gift für die Muskeln.

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K78-06km31Nach 2:48:xx war ich an der ersten Zwischenzeit, geplant hatte ich 3:00 bis 3:15, gut, kleines Polster rausgelaufen, wird sich bestimmt rächen. Nun ging es ca. 8 km mehr oder weniger steil die Albula-Passstrasse hinauf nach Bergün. Da bin ich vor vielen Jahren mal hochgeradelt und habe schrecklich gelitten. Nun litt ich bestimmt genauso schrecklich, nur dass ich inzwischen ja auf leiden eingestellt bin, so war das also völlig normal. Leider fing hier die Achillessehne an zu mucken. Leicht bergauf joggen war mit Schmerzen verbunden, so marschierte ich lieber schmerzfrei auch die nicht so steilen Passagen hoch. Gefühlte 200 Läufer überholten mich auf diesem Stück. Wurde es steiler gingen auch die anderen und es war weniger frustrierend.

In Bergün war ich nach 3:52:xx durch, knapp 40 km unter 4 Stunden trotz meiner Probleme, das stimmte mich zuversichtlich. In Bergün hatte ich einen Rucksack mit Klamotten deponiert. Ich verzichtete auf den Rucksack und schnappte nur die Jacke. Nun ging es weiter nach Chants, vorläufig letzter Punkt, an dem man abbrechen kann und mit dem Auto zurücktransportiert wird. Laut Streckenbeschreibung sollte es nach Chants steiler bergauf gehen. Leider gabs doch ein paar recht flache Passagen, auf denen ich weiter nach hinten durchgereicht wurde.

In Chants gings mir noch sehr gut, nun sollte es lange steil bergauf zur Keschhütte gehen. Ich wanderte mit recht wenig Druck und verzichtete darauf, grossartig zu überholen. Der eine oder die andere war nun aber doch langsamer unterwegs. Hier waren nun auch die Läufer des K42 auf der Strecke, die in Bergün gestartet waren, bevor ich dort durchkam.

Der Berg war lang und wunderschön hochzugehen. Nach ca. 6:20 war ich oben, 53 km hinter mir, das bedeutete, dass ich für die restlichen 25 km mehr als 5einhalb Stunden Zeit hatte. Inzwischen war mir klar, ohne Finishershirt werde ich nicht heimreisen.

Nächstes Ziel war der Scalettapass, dorthin führt der sagenhafte Panoramatrail, ein wunderschöner hochalpiner Wanderweg, der sich an einem Berghang entlangwindet, zuerst ein Stück bergab, dann wellig und am Ende bergauf zum Scalettapass. Es ging durch Bäche, Schlamm, über Felsen und Schneefelder. Dieser Teil machte tierisch Spass und es lief bei mir richtig gut. Die Sehne muckte nicht, solange ich bergauf immer nur ging, bergab und eben konnte ich joggen, soweit man auf diesem Trail überhaupt von joggen reden kann. Das ist trailrunning pur, volle Konzentration und jede Menge Spass.

K78-09PanoramatrailK78-08Scalettapass

Am Scalettapass rechnete ich damit, dass ich sogar in 9:30 durchkommen könnte, wenns weiterhin so gut läuft. Nun ging es geschätzte 500 oder mehr Höhenmeter steil bergab auf einem tollen Trail. In Dürrboden angekommen merkte ich, dass ich den Trail hinunter deutlich langsamer war als wenn ich auf der Ebene jogge. Die Hochrechnung war dahin. Noch 14 Kilometer das Dischmatal runter bis ins Ziel. 5er-Schnitt macht 9:40. Die ersten Kilometer liefs klasse, ich hatte ein Runnershigh vom feinsten und flog schneller als 5er-Schnitt über die Wege und Trails, leider wurde ich aus diesem High gerissen, als es mal wieder steil bergab ging. Langsam tat alles weh. Die letzten 5 km wurden enorm zäh. 3 km vor dem Ziel ging es nochmal sehr steil hoch in den Wald, um kurz vor dem Ziel genauso steil wieder runterzugehen. Diese Streckenführung hat sich ein Sadist ausgedacht.

K78-12ZielNun war das Stadion zu sehen, der Sprecher zu hören. noch eine halbe Runde Genuss auf der Bahn. Mir liefen die Tränen. Pieps, geschafft, peng, Beine geplatzt. Perfektes Timing. Nach kurzem rumstehen konnte ich kaum noch einen Schritt gehen, egal.

Es war einfach geil, ein weiteres Highlight meines Läuferlebens.

Habe fertig.

Holle

K78-nachher

nachher ...

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3 Antworten auf Swiss Alpine Davos – Sa. 25. Juli 2009

  1. Eberhard sagt:

    Hammmmmmmmer

    Lieber Holle,
    da muss man/ich nur Respekt und Hochachtung haben. Eine überragende Leistung – Gratuliere Dir – macht halt auch das Training beim LTG….

  2. Holle sagt:

    Ja, danke Norbert, das war einfach wunderbar 🙂

  3. Norbert sagt:

    Gratuliere! Im Moment eine andere Liega.
    Wie gerade besprochen, werde ich auch die Berge angreifen.
    Ich freue mich auf das neue Ziel!!
    Gr. Norbert